PRESSEMITTEILUNG – 5. Dezember 2012

+++ Nazis entwenden Gedenktafel zur Erinnerung an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen +++ Behörden haben Tat begünstigt +++ Bündnissprecher Jochen Thelo ruft zum Kampf gegen Rechts auf

Rostock, 05.12.2012 In der Nacht zum Mittwoch ist die Gedenktafel zur Erinnerung an die Pogrome von Lichtenhagen 1992 entfernt worden. Die Täter befestigten ihrerseits ein Schild mit der Parole „Für immer Deutschland!“ am Rostocker Rathaus.

„Grade mal drei Monate hing die Tafel, bis sie von Nazis gestohlen wurde“, konstatiert Jochen Thelo, Sprecher des Bündnisses "20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus". Wahrscheinlich könne man schon froh sein, dass sie überhaupt solange da hängen blieb. "Nazis versuchen damit erneut, das Gedenken an die neonazistischen Verbrechen 1992 zu unterbinden und zu stören".

"Die Aktion der Nazis wurde begünstigt, durch ein Klima, welches die Behörden zu verantworten haben" so Thelo weiter. "Seit Jahren hat sich die Stadt Rostock geweigert eine Tafel, zur Erinnerung an das Pogrom, anzubringen. Erst durch massiven Druck und gegen den Willen der lokalen Behörden brachte das Bündnis "20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus" die Gedenktafel an. Kein Wunder also, dass die Nazis denken ihre Aktion sei anschlussfähig."

Darüber hinaus, muss es die Nazis bestärken, wenn man die Schwerpunktsetzung der Sicherheitsbehörden analysiert. Während der Nationalsozialistische Untergrund im letzten Bericht des Verfassungsschutz MV in gerade mal ein paar Zeilen Erwähnung findet, wird sich über die antifaschistische Punk-Band "Feine Sahne Fischfilet" auf über 2 Seiten ausgelassen. (http://www.publikative.org/2012/10/13/komplett-im-visier-des-verfassungsschutzes/)

"Diese Aktion sei nur ein weiterer Hinweis darauf, wie wichtig der fortdauernde Kampf gegen Rechts ist" bekräftigt Thelo. "Wir sollten endlich anfangen den Kampf gegen Rechts in Mecklenburg Vorpommern gemeinsam zu führen. Die Behörden werden uns dabei keine Hilfe sein. Denn Antifaschismus machen wir am besten selbst!"

 

 

 

Rostock-Lichtenhagen 2012:            Gedenken in weiss.