Pressemitteilung 24.07.2012
+++ Prominente aus Politik, Wissenschaft und Kultur unterstützen das Bündnis +++ Erste Aktionen geplant
Vor knapp 14 Tagen hat das Bündnis „20 Jahre nach den Pogromen: Das Problem heißt Rassismus“ seinen Aufruf vorgestellt. Im Anschluss konnten zahlreiche Politiker_innen, Wissenschaftler_innen, Kulturschaffende und Organisationen bundesweit gewonnen werden, die den Aufruf unterstützen.
DVD Verteilaktion: 10.000 mal "The Truth lies in Rostock" für Rostocker_innen
Die Initiatoren von "Stadtgespräche", Rostocker Magazin für Bewegung, Motivation und die nachhaltige Kultivierung der Region Rostock, haben eine DVD Verteilaktion ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, 10.000 Rostocker_innen den 1993 entstandenen Dokumentarfilm „The truth lies in Rostock“, der die Ereignisse authentisch und wenig reißerisch nachzeichnet, zur Verfügung zu stellen.
Mehr dazu unter: www.lichtenhagen-2012.de
Pressemitteilung 11.07.2012
+++ „20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus!“ +++ Neues Bündnis ruft zu bundesweiter Demonstration in Gedenken an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen auf +++
Unter dem Motto „20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus!“ ruft ein Bündnis aus Antifagruppen, Gewerkschaften, Jugendorganisationen, Vereinen und anderen Organisationen zu einer Demonstration am 25.08.2012 in Rostock-Lichtenhagen auf. Vor 20 Jahren wurden die zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und eine Unterkunft für Vertragsarbeiter_innen über vier Tage hinweg belagert und mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen, während die Polizei weitestgehend untätig blieb. Das Pogrom in Lichtenhagen war in den 90ern kein Einzelfall, gilt aber als trauriger Höhepunkt der Eskalation dieser Zeit.
Rostock-Lichtenhagen 24. August 1992
Die Masse johlte, aus dem "Sonnenblumenhaus" schlugen die Flammen und nicht nur Alkoholisierte standen mit Hitlergruß davor. Ende August 1992 eskalierte es wie in vielen Teilen Deutschlands so auch im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen die durch eine massive Stimmungsmache der herrschenden Politik und Teile der Medien gegen Asylsuchende und Zuwanderer seit Beginn der 90er Jahre angeheizte Situation. 3 Tage lang ließen tausende Bürger_innen unter einvernehmlicher Federführung von Neonazis und unter den Augen so genannter Sicherheitsbehörden ihren rassistisch motivierten Frust an den konstruierten Sündenböcken für die sozialen Probleme ab. Als Folge wurden die Asylsuchenden und Zuwanderer "evakuiert" sowie das Recht auf Asyl de facto abgeschafft. Die herrschende Politik kapitulierte vor den Auswirkungen ihrer eigenen Politik.
Ist 20 Jahre danach alles vergessen und scheinbar noch vieles beim Alten? 20 Jahre später leben wir in einem Land, in dem es möglich war, dass Nazi-Terrorist_innen unbehelligt mindestens zehn Menschen, darunter neun Menschen mit Migrationsgeschichte, ermorden konnten. Sämtliche Strafverfolgungsbehörden aber auch Teile der Politik, Medien und Gesellschaft konzentrieren sich darauf, bewußt oder unbewußt die Opfer zu Tätern zu machen und im "kriminellen Ausländermilieu" nach den Verantwortlichen zu suchen. Die Klammer für beide Ereignisse: Rassismus und Ungleichwertigkeitsdenken. Damals wie heute herrschen sie in weiten Teilen der Bevölkerung, in Politik und Institutionen und werden gerade in Krisenzeiten erneut geschürt - gegen Flüchtlinge, Asylsuchende, Migrant_innen, Muslim_innen und ohnehin sozial ausgegrenzten und diskriminierten Menschen.
Rostock-Lichtenhagen 2012: Gedenken in weiss.

